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   Rubrik: Vermischtes
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Rückfall in das Mittelalter
Hexen in Lehrte


Die heutige Führung der Lehrter Hexen

Das obige Bild stellt möglicher Weise die leitende Hexe des SML mit einem Liebesapfel und den Hexenmeister dar. Eine Hexe mit Liebesapfel war einst verwerflich.

Die in den letzten Tagen veröffentlichen Berichte in der Ortspresse über den Einsatz von Kräuterhexen im Garten des Klinikums , läßt einen unwillkürlich an die grausigen Geschichten der Hexenverfolgungen im Mittelalter denken. Vor hunderten von Jahren wurden heilkundige Kräuterweiblein denunziert und ungeheuerlicher Schandtaten bezichtigt. In den Hexentürmen wurden sie dann einer höchst peinlichen Befragung unter Leitung des 1.Stadtschreibers und einer Ratsdeputation ausgesetzt (Folter). Das Ergebniss dieser Prozeduren ist hinlänglich bekannt. Die Hexenverbrennung. Auf Lehrte angewandt , würde sich der ehemalige Wasserturm als Hexenturm anbieten und das Grünflächenamt müßte dann nur noch das geeignete Gelände für die Finalprozedur zur Verfügung stellen.

Möge dieses Schicksal den Lehrter Kräuterhexen espart bleiben.

J.W.von Goethe beschreibt in seinem Walpurgisnachtkapitel im Faust auf recht drastische Weise die Vorkommnisse des Hexensabbath auf dem Blocksberg. Könnte in diesem Falle auch der "Rodelberch" sein.

[...]
Ein bißchen Diebsgelüst, ein bißchen Rammelei. So spukt mir schon durch alle Glieder, die herrliche Walpurgisnacht.
[...]

Auch die Hexensalbe mit den Bestandteilen aus Tollkirsche , Bilsenkraut und Stechapfel auf Basis von Schweinschmalz , aufgetragen auf die Schleimhäute an intimer Stelle , hatte die vergleichbare Wirkung eines heutigen LSD-Trips.Daher glaubten viele Frau , die der Hexerei beschuldigt waren , daß sie dem Satan beigewohnt hätten. Die heutigen gebräuchlichen Ausdrücke für diese Tätigkeit sind erheblich drastischer und plastischer!

[...]
Hexen: (im Chor)
Die Hexen zu dem Brocken ziehn,
Die Stoppel ist gelb, die Saat ist grün.
Dort sammelt sich der große Hauf,
Herr Urian sitzt oben auf.
So geht es über Stein und Stock,
Es farzt die Hexe, es stinkt der Bock.
[...]
[...]
Hexenmeister, halber Chor:
Wir schleichen wie die Schneck´ im Haus,
Die Weiber alle sind voraus.
Denn, geht es zu des Bösen Haus,
Das Weib hat tausend Schritt voraus.

Andere Hälfte:
Wir nehmen das nicht so genau,
Mit tausend Schritten macht's die Frau;
Doch wie sie sich auch eilen kann,
Mit einem Sprunge macht's der Mann.
[...]
So und Ähnlich hat man sich zu Goethes Zeiten das Wirken der Hexen vorgestellt.

Darum würde ich die freundlichere Bezeichnung "Kräuterweiblein" vorziehen.

Ach ja Hexen und Werke von Menschenhand hat Th. Fontane in seiner Ballade "Die Brücke am Tay" so treffend beschrieben. Skandieren doch die Hexen:" Tand , Tand ist das Gebilde aus Menschenhand!" Zur Person von Th.Fontane.Er war Apotheker!


Autor/Redakteur: Ulrich Gürtler (Damian)
Bilder: ( privat)
Erstellt am 02.06.2010
5125 mal gelesen.

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