Mit früher Intervention gegen chronische seelische Erkrankungen
Wir müssen die drohende Welle psychischer Krisen und Störungen verhindern


Prof. Dr. Marc Ziegenbein, Chefarzt und Ärztlicher Direktor des Klinikum Wahrendorff: „Wir müssen die drohende Welle psychischer Krisen verhindern.“Klinikum Wahrendorff / Steeg_Martin_Bargiel

Hannover, Lehrte, Sehnde, 12. Februar 2021

„Angsterkrankungen, Depressionen, problematischer Alkoholgebrauch, Essstörungen und damit verbunden ein erhöhtes suizidales Risiko: die Corona-Pandemie trägt das Risiko einer gewaltigen Welle psychischer Krisen und Störungen in sich“, so Prof. Dr. Marc Ziegenbein, Chefarzt und Ärztlicher Direktor des Klinikum Wahrendorff, eine der größten psychiatrischen Einrichtungen Europas. Dabei machen dem Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie nicht nur die gefährlichen Wellen Sorge, sondern auch die ungeheure Sogkraft des zurückfließenden Wassers. „Neben den persönlich von psychischen Krisen betroffenen Menschen, werden Tausende von Menschen, Partner, Familie, Angehörige, Freunde etc. unter den Auswirkungen leiden.“

„Wir wissen aus Erfahrung, dass die genannten Erkrankungen einen ungünstigeren Verlauf nehmen mit dem Risiko der Chronifizierung, je später sie erkannt und spezifisch behandelt werden. Eine frühzeitige Behandlung ist also dringend angezeigt, um die ungünstigen Folgewirkungen dieser Erkrankungen abzuwenden“, fasst Prof. Ziegenbein zusammen. Und macht zugleich darauf aufmerksam, dass sich in den primären Anlaufstellen, beim Hausarzt, bei den Fachärzten und auch in Tageskliniken derzeit weniger Menschen trauen nach Hilfe zu suchen. Die Gründe sind vielfältig, Unkenntnis über die passende Hilfe, Angst vor sozialen Kontakten in der Pandemie oder schlichtweg die persönliche Hemmschwelle, sich zu einer seelischen Erkrankung zu bekennen.

Prof. Ziegenbein empfiehlt eindringlich: „Wer selbst nicht mehr in der Lage ist, bestimmte Fähigkeiten zu stärken oder zu steuern, z. B. Umgang mit Stress und Konflikten, Ängsten oder wer bei sich selbst oder bei Angehörigen feststellt, dass der Konsum von Alkohol oder Drogen zunimmt, sollte sich Hilfe suchen und das tatsächlich frühzeitig wie nur möglich. Sprechen Sie ihren Hausarzt an oder nutzen Sie die vielfältigen Hilfsangebote der sozialen Einrichtungen vor Ort.“

Das Klinikum Wahrendorff bietet ein großes Spektrum von Beratungs- und Behandlungsmöglichkeiten an, um den Betroffenen auf schnellem Wege die Hilfen zu bieten, die sie brauchen. Dazu zählen unter anderem Angebote per Videosprechstunde, mit der Möglichkeit, die Menschen durch diese besonderen Krisenzeiten zu begleiten.

In der Landeshauptstadt Hannover und in Sehnde sowie Lehrte bietet das Klinikum Wahrendorff in seinen Tageskliniken weitere Hilfsangebote an. Mit neuen innovativen Modellen werden Kontakte in der Corona-Pandemie reduziert und umfassende Hygieneregelungen schützen Patient*innen und Mitarbeitende. Anfragen für die Tageskliniken in der Borgentrickstraße, in Linden Schwarzer Bär, am Welfenplatz, in der Gartenstraße und in Sehnde sowie Lehrte können zentral über diese Telefonnummer gestellt werden: 05132 90-2929. Auch eine zentrale Online-Anfrage ist auf der Website des Klinikum Wahrendorff möglich.

Homepage: https://www.wahrendorff.de
Verantwortlich: Petra Perleberg (pp)
Erstellt: 12.02.2021
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