BKA: BSI empfiehlt Überprüfung von PC auf Schadsoftware "DNS-Changer"
Einfacher Test auf Webseite www.dns-ok.de von Deutscher Telekom, BSI und BKA

Wiesbaden (ots) - Das Bundesamt für Sicherheit in der
Informationstechnik (BSI) empfiehlt allen Internetnutzern, ihre
Rechner auf Befall mit der Schadsoftware "DNS-Changer" zu überprüfen.
Ab sofort ist eine solche Überprüfung mit Hilfe der Webseite
www.dns-ok.de ganz einfach möglich. Die Webseite wird gemeinsam von
der Deutschen Telekom, dem BSI und dem Bundeskriminalamt zur
Verfügung gestellt. Dies wurde notwendig, weil Internetkriminelle die
Netzwerkkonfiguration von PC- und Mac-Systemen durch den Eintrag
neuer DNS-Server mit der Schadsoftware "DNS-Changer" manipuliert
hatten. Das DNS (Domain Name System) ist einer der wichtigsten
Dienste im Internet, welcher für die Umsetzung von Namen (URLs) in
IP-Adressen verantwortlich ist. Im Falle einer Infektion mit der
Schadsoftware leitet der Webbrowser die Benutzer bei Abfrage
populärer Webseiten unbemerkt auf manipulierte Seiten der Kriminellen
um, wo betrügerische Aktivitäten, wie beispielsweise die Verbreitung
angeblicher Antivirensoftware, Klickbetrug oder nicht lizenzierter
Medikamentenverkauf stattfinden. Zudem konnten die Kriminellen
gezielt manipulierte Werbeeinblendungen an infizierte Rechner senden,
Suchergebnisse manipulieren und weitere Schadsoftware nachladen.

Test für Internetnutzer

In Deutschland sind nach Angaben der amerikanischen Bundespolizei
FBI derzeit bis zu 33.000 Computer täglich betroffen. Mit der
Internetseite www.dns-ok.de können Internetnutzer ab sofort
eigenständig prüfen, ob ihr System mit dem Schadprogramm
"DNS-Changer" infiziert ist. Beim Aufruf dieser Internetadresse
erhalten Nutzer, deren Computersystem von dem Schadprogramm
manipuliert wurde, eine Warnmeldung mit roter Statusanzeige. Ergänzt
wird dieser Hinweis durch eine Reihe von Empfehlungen, mit denen die
Anwender die korrekten Systemeinstellungen wiederherstellen sowie
ggf. die Schadsoftware vom System entfernen können. Ist dagegen der
Rechner des Internetnutzers nicht betroffen, erhält der Besitzer die
Meldung mit einer grünen Statusmeldung, dass sein System korrekt
arbeitet.

Überprüfung des eigenen Rechners vor dem 8. März 2012 sinnvoll

Verbreitet wurde die Schadsoftware durch das so genannte
"DNS-Changer-Botnetz", dessen Betreiber im November 2011 von der
amerikanischen Bundespolizei FBI und europäischen Ermittlungsbehörden
verhaftet wurden. Die von den Onlinekriminellen manipulierten
DNS-Server wurden nach der Festnahme vom FBI durch korrekt arbeitende
DNS-Server ersetzt. Diese Server sollen jedoch zum 8. März 2012
abgeschaltet werden. Bei betroffenen Rechnern ist dann eine
Internetnutzung ohne die empfohlenen Änderungen der Einstellungen
nicht mehr möglich, da die Nutzer wegen des nunmehr fehlenden
Zugriffs auf das "Telefonbuch" (DNS) im Internet mit ihrem Computer
keine Webseiten mehr aufrufen können. Daher sollten Internetnutzer
die Überprüfung und ggf. Reinigung ihres Rechners möglichst bald
durchführen. Die Überprüfung erfolgt ausschließlich über den Aufruf
der Website www.dns-ok.de, es wird keine Software gestartet oder
heruntergeladen. Zur Reinigung des Rechners können die Betroffenen
beispielsweise die unter www.botfrei.de bereitgestellten Programme
wie den "DE-Cleaner" nutzen.


Verantwortlich: Doris Prante-Ledderbohm (doris)
Erstellt: 16.01.2012
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