Stadtmarketing Burgdorf eröffnet am 7. April die neue Führungssaison:
Vom Magdalenenfriedhof über die Stätten des Lasters zum alten Elektrizitätswerk


Nachtwächter Hinnerk führt durch die Altstadtgassen (Bild: privat)

Vor dem Hintergrund des anhaltend regen Interesses an Stadt- und Erlebnisführungen in Burgdorf lädt der für die Organisation verantwortliche Verein Stadtmarketing Burgdorf e.V. (SMB) in der nahenden Saison wieder zu sechs Stadtführungen mit thematischem Schwerpunkt und zwei Erlebnisführungen ein. Dahinter steht der Grundgedanke, Burgdorf als attraktiven Ort mit interessanter Geschichte und Gegenwart zu präsentieren. Die Termine für alle Stadtführungen sind in der Zeit von April bis August am ersten Sonntag des Monats. Im September findet die Führung erst am 2. Sonntag statt. Beginn ist jeweils um 14.00 Uhr am Wicken-Thies-Brunnen auf dem Spittaplatz. Teilnehmerkarten sind bei Bleich Drucken und Stempeln, Braunschweiger Straße 2, erhältlich. Für Gruppen, Vereine und Firmen besteht das zusätzliche Angebot, gesonderte Terminwünsche für eine Stadt- oder Erlebnisführung an SMB-Geschäftsführer Gerhard Bleich zu richten (Tel. 05136 – 1862).

Sechs Stadtführungen

Die öffentlichen Stadtführungen beginnen am Sonntag, 7. April. Im Zentrum der ersten, von Stadtführerin Brigitte Janssen geleiteten Führung steht der Magdalenenfriedhof. Ihre letzte Ruhestätte fanden hier zahlreiche bekannte städtische Persönlichkeiten, über deren Schicksal die Teilnehmer interessante Aufschlüsse erhalten.

Am Sonntag, 5. Mai, steht eine von Peter Pfeiffenbring und Dieter Kleinschmidt geleitete ErlebnisRadTour auf dem Programm. Die ca. 27 Km lange und über Otze, Ramlingen und Ehlershausen führende Route basiert auf dem vierten Tourenvorschlag der von Stadtmarketing Burgdorf neu herausgegebenen Broschüre „Burgdorfer ErlebnisRadTouren“. Für die Teilnahme setzen die Organisatoren ein verkehrstaugliches Fahrrad voraus.

Dass in die Annalen der Burgdorfer Geschichte auch dunkle Kapitel einzutragen waren, erfahren die Teilnehmer der Stadtführung „Hinter Schloss und Riegel – die Burgdorfer Krimimalgeschichte“ am Sonntag, 2. Juni. Angelika Bode begibt sich mit ihren Begleitern auf eine Spurensuche nach spektakulären Verbrechen, die sich in den letzten Jahrhunderten in der Stadt ereigneten und das friedliche Zusammenleben der Bürger erschütterten. Zu den unrühmlichen Höhepunkten gehörte die Ermordung eines Eisenbahnangestellten im Pfarrwitwenhaus am 13. September 1845.

Im Verlauf der Führung am Sonntag, 7. Juli, liegt der Betrachtungsfokus auf den Burgdorfer Skulpturen, die in ihrer Zweckbestimmung und Formgestaltung unterschiedlichste Variationen aufweisen. Zu den kunsthistorischen Objekten auf öffentlichen Plätzen, die Stadtführerin Andrea Mücher mit ihren Gästen aufsucht, gehört u.a. die am 8. Mai 2004 eingeweihte Fahrradskulptur „Die Aristokraten“ an der Oberen Marktstraße. Ihre Entstehung ist dem Fahrradexperten und ehemaligen Betreuer der Radfahrgalerie Burgdorf, Walter Euhus, zu verdanken.

Die inhaltliche Hauptrolle am Sonntag, 4. August, spielt die evangelisch-lutherische St. Pankratius-Kirche, die seit ihrer Einweihung im Jahr 1814 zum Wahrzeichen der Stadt geworden ist. Zu dem größten sakralen Gebäude der Stadt begibt sich Stadtführerin Elisabeth Goldmann mit ihren Begleitern und stellt auf dem Weg dorthin das geschichtliche Umfeld des Spittaplatzes vor. Vor und in der St. Pankratius-Kirche berichtet sie über ihre Entstehungsgeschichte und gibt einen komprimierten Überblick über die baulichen Veränderungen innerhalb der letzten Jahrhunderte.

Stadtführerin Brigitte Janssen stellt im Rahmen der letzten Saisonführung am Sonntag, 8. September, unter dem Motto „Als die Technik in Burgdorf einzog“ historische Stätten vor, an denen die technischen Errungenschaften des Industriezeitalters erstmalig zum Einsatz kamen. Fast schon in der Vergessenheit versunken ist dabei die Tatsache, dass unweit des Stadtmuseums in der Schmiedestraße 12c (heute Sitz des Vereins Stadtmarketing Burgdorf) im Jahr 1895 ein städtisches Elektrizitätswerk seinen Betrieb aufnahm und damit das elektrische Zeitalter in der Stadt einleitete. Schon 50 Jahre vorher begann der technische Fortschritt in Burgdorf mit dem Anschluss an die Bahnverbindung Hannover-Hamburg und dem ersten Halt eines Zuges in Burgdorf am 15. Oktober 1845.

Hinnerk und Ehlers

„Nachtwächter Hinnerk“, zum Leben erweckt von Schauspieler Rainer Künnecke, wandert am Freitag, 28. Juni, mit den Teilnehmern seiner Erlebnisführung „Pest, Tod und Teufel“ noch einmal durch die dunklen Gassen des spätmittelalterlichen Burgdorfs. Dabei plaudert er von haarsträubenden Erlebnissen, die ihm bei seinen nächtlichen Kontrollgängen zugestoßen sind, und schildert anschaulich die Lebensbedingungen in der damaligen Zeit. Treffpunkt ist um 20.00 Uhr am Wicken Thies-Brunnen.

Zu einem Streifzug durch die bewegte Vergangenheit des Anfang des 19. Jahrhunderts entstandenen Ehlershausen lädt der ebenfalls von Rainer Künnecke verkörperte Gründer der Ortschaft und Chausseewärter Johann Friedrich Ehlers am Sonntag, 25. August, ein. Er empfängt seine Gäste um 15.00 Uhr am Gasthaus Bähre in Ehlershausen. Teilnehmerkarten gibt es auch bei Voltmer´s Schreib Post in Ehlershausen, Ramlinger Straße 17a, Tel. 05085 - 971650.

Verantwortlich: Burkhard Wolters (Bw)
Erstellt: 27.03.2013
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