„Von Preußens Gloria zum Pop“/Ausstellung im Stadtmuseum vom 27. März bis 21. April:
„100 Jahre Musikzug der Freiwilligen Feuerwehr Ramlingen-Ehlershausen“


Feuerwehrmusikzug Ramlingen-Ehlershausen 1928 (Bild: privat)

Als ein Blasorchester, bei dem sich Tradition und moderner Geist harmonisch verbinden, nimmt der Musikzug der Freiwilligen Feuerwehr Ramlingen-Ehlershausen seit vielen Jahren eine besondere Stellung im Burgdorfer Veranstaltungsleben ein. Bereits vor einhundert Jahren schlug die Geburtsstunde des Klangkörpers. So feiern die Musiker 2013 ihr 100-jähriges Bestehen. Zum Auftakt der Jubiläumsfeierlichkeiten präsentieren der VVV und die Stadt Burgdorf in Zusammenarbeit mit dem Musikzug die Ausstellung „Von Preußens Gloria zum Pop - 100 Jahre Musikzug der Freiwilligen Feuerwehr Ramlingen-Ehlershausen“ im Erdgeschoss des Stadtmuseums (Schmiedestraße 6).

Eröffnung mit Orchesterkonzert

Wertvolle Unterstützung im Verlauf der Ausstellung kommt von der Freiwilligen Feuerwehr Ramlingen-Ehlershausen, die in diesem Jahr auf ihr 120-jähriges Bestehen zurückblickt, sowie von deren Jugendfeuerwehr, die ihr 20-jähriges Bestehen ebenfalls in diesem Jahr feiert, und vom Historischen Löschzug.

Die Eröffnungsveranstaltung ist am Mittwoch, 27. März, um 18.00 Uhr im Stadtmuseum. Bürgermeister Alfred Baxmann übermittelt die Geburtstagsgrüße der Stadt Burgdorf. Im Anschluss präsentiert sich der Musikzug mit musikalischen Weisen aus seinem Repertoire. Danach lässt Bernd Lüdke die Geschichte des Ensembles in kurzweiliger Form Revue passieren.

Zehn Gründungsmitglieder

Mit zahlreichen Bild- und Textdokumenten zeichnet die Jubiläumsausstellung die Traditionslinien des Musikzugs nach und wirft interessante Schlaglichter auf seine heutigen Aktivitäten. Seinen ersten Ursprung hat das Blasorchester in Ramlingen. Hier erklangen im alten Gemeindehaus an der Ahornallee in den Wintertagen des Jahres 1913 erstmals preußische Armeemärsche. Zehn gleich gesinnte Blasmusiker aus der Ortschaft hatten sich zusammengefunden und die Gründung eines Musikkorps unter der Ägide der Freiwilligen Ortsfeuerwehr beschlossen. Später wählten die Musiker das Gasthaus Voltmer als Probendomizil aus. Bedingt durch die verheerenden Auswirkungen der beiden Weltkriege kam das von der Feuerwehrkapelle dominierte Ramlinger Musikleben teilweise über mehrere Jahre zum Erliegen.

Wie die Ausstellung dokumentiert, formierte sich erst im Jahr 1948 wieder ein Musikzug, der dauerhafte Wurzeln in Ramlingen schlug. Den Taktstock übernahm bis 1955 erneut Willi Bertram, dem die Musiker schon 1924 die musikalische Leitung anvertraut hatten. In den nächsten Jahrzehnten überwog unter den fünf Nachfolgern Bertrams noch das traditionelle Marsch- und Walzermusikrepertoire. Am 1. September 1974 fand der seit der Gebietsreform des Vorjahres unter seinem heutigen Namen firmierende Musikzug seine endgültige musikalische Heimat im neuen Ramlinger Feuerwehrhaus.

Öffnung für moderne Musikrichtungen

Mit dem im Januar 2004 als siebten Dirigenten des Blasorchesters berufenen Hugo Loosveld trat ein entscheidender Wandel in der musikalischen Blickrichtung ein. Das Blasorchester öffnete sich modernen Strömungen der Unterhaltungsmusik, so dass sich die stilistische Bandbreite in den folgenden Jahren ständig erweiterte. Der versierte Berufsmusiker Loosveld unterzog das Repertoire einem bis heute anhaltenden Transformationsprozess. Bearbeitungen von aktuellen und vergangenen Pophits, Filmmusiken, Opernouvertüren sowie schwungvolle Tanzmusik von der Samba bis zum Foxtrott fanden nun kontinuierliche Aufnahme. Seit 2005 beweist der Feuerwehrmusikzug bei seinen jährlichen Jahreskonzerten, dass die mittlerweile über 30 aktiven Mitglieder, zu denen dank engagierter Jugendarbeit zahlreiche Nachwuchsmusiker gehören, mit Begeisterung musikalisches Neuland erkunden, ohne die traditionelle Blasmusik zu vernachlässigen.

Die in der Schau gezeigten Aufnahmen portraitieren die relevantesten Abschnitte der Orchestergeschichte. Im Mittelpunkt stehen dabei wichtige Persönlichkeiten, die das Erscheinungsbild des Musikzuges prägten, und herausragende Veranstaltungen, bei denen die Feuerwehrmusiker teilweise schon seit Jahrzehnten ihre musikalische Ausdruckskraft unter Beweis stellen (z.B. die Pfingstkonzerte, Erntefeste), sowie sehenswerte Eindrücke von den Gemeinschaftsaktivitäten des Klangkörpers (z.B. Vereinsfahrten seit 1968).

In der Osterzeit ist die Ausstellung am Karfreitag, 29. März, Ostersonntag, 31. März, und am Ostermontag, 1. April, von 14.00 bis 17.00 Uhr geöffnet. Am Sonnabend, 30. März, bleibt das Stadtmuseum geschlossen.

Beiprogramm startet am 31. März

Zur Ausstellung gibt es ein attraktives Beiprogramm: An vier Aktionstagen haben interessierte Ausstellungsbesucher die Gelegenheit, unter fachkundiger Anleitung ein Instrument auszuprobieren und erste Spielversuche zu starten. Die Termine sind: 31. März, 1. April, 7. April und 14. April. Zusätzlich sind Feuerwehrfrauen und – männer bis zum 21. April an allen Ausstellungstagen anwesend und beantworten Fragen über den Musikzug und die Feuerwehr in Ramlingen-Ehlershausen. Am Sonntag, 7. April, laden die Jugendfeuerwehr und am Sonntag, 14. April, der historische Löschzug zu sehenswerten Vorführungen ein. Höhepunkt des letzten Ausstellungstags ist am Sonntag, 21. April, das Abschlusskonzert des Musikzuges der Feuerwehr Ramlingen-Ehlershausen.

Zu einem großen Jubiläumswochenende mit hochrangigen musikalischen Gästen und einem Festball lädt der Musikzug vom 10. bis 12. Mai im Festzelt in Ramlingen ein.

Führungen durch die Ausstellung sind für Vereine und Gruppen auch innerhalb der Woche möglich. Ansprechpartner ist VVV-Geschäftsführer Gerhard Bleich (Tel. 05136 – 1862).


Feuerwehrmusikzug Ramlingen-Ehlershausen 1953


Feuerwehrmusikzug Ramlingen-Ehlershausen 1971


Feuerwehrmusikzug Ramlingen-Ehlershausen 2007


Die Musikerinnen und Musiker des Feuerwehrmusikzuges Ramlingen-Ehlershausen mit ihrem Dirigenten Hugo Loosveld 2013


Homepage: www.vvvburgdorf.de sowie www.musikzuginramlingen.de
Adresse: Stadtmuseum, Schmiedestraße 6, 31303 Burgdorf
Verantwortlich: Burkhard Wolters (Bw)
Erstellt: 27.02.2013
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