... eine Geisel der Menschheit!
Welttuberkulosetag!


(Bild: privat)

Der Welttuberkulosetag ist ein Gedenktag und fällt immer auf den 24. März eines jeden Jahres.
Am 24. März 1882 gab Robert Koch die Entdeckung des Tuberkulose-Bakteriums bekannt.

So soll die Erinnerung wachgehalten werden, um auf eine der Geiseln der Menschheit aufmerksam zu machen.

Auch in Lehrte gab es in der Ansiedlung Erichsegen, an der Bundesstraße 443 in Richtung Sehnde, bis weit in die 70er Jahre eine TBC-Heilstätte. Da die Krankheit in der Bevölkerung oft als, „Mottenkrankheit“ beschimpft wurde, benannte man Erichsegen auch als die „Mottenburg“.
Und hattest du die „Motten“, wurdest du von der Gesellschaft ins Abseits gestellt. Niemand machte sich die Mühe, sich über die Krankheit zu informieren.

Du hattest die Pest, „fertig, aus“!

„Insassen“ wussten nicht, was um sie herum geschah! Die täglichen Eindrücke waren so fremd von allem bisher dagewesenen, das sie erdrückt von ihren Sorgen, kein „Bein auf die Erde“ bekamen. Beinahe jeden Tag fuhr der Leichenwagen gefühlvoll zur Mittagsessenzeit, an den Betroffenen vorbei, um wieder mal einen Verstorbenen abzuholen. Die aufgezwungene körperliche Ruhehaltung machte den Weg zusätzlich frei, zur „Grübelei“.

So schlimm die Krankheit auch war, nicht sie zerstörten alle Träume von einer glücklichen Zukunft, es waren die Mitmenschen. Ja selbst in den eigenen Familien entschloss man sich oft genug zum „Abbruch“ jeglicher Beziehungen“! Nachbarskinder durften nicht mehr mit dem Sohn oder der Tochter spielen. Welche unendlichen Ängste haben Betroffene durchstehen müssen, die eigenen Kinder angesteckt zu haben.
Die Nachbarschaft erfuhr es taktvoll durch den Wagen des Gesundheitsamtes, der mit seiner toll geschwungenen Aufschrift, „Gesundheitsamt Burgdorf“, auf sich aufmerksam machte.

Nach monatelanger Krankheit ist beinahe alles aus. Das Studium kannste in „der Pfeife“ rauchen (die Kommilitonen hätten dir schon was erzählt), eine Arbeit bekommst du nicht, da TBC meldepflichtig ist/war, und der Betroffene 10 lange Jahre sich in „Überwachung“ befindet.
Ja selbst in die Sonne gehen durften diese armen Menschen nicht, da dann eine erhöhte Gefahr bestand, dass die Krankheit erneut ausbrach.
Usw., usw., ……..

Also, nur mal so zur Erinnerung!


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Verantwortlich: Leskow Wulf (Wulf)
Erstellt: 26.03.2012
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