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   Rubrik: Kultur und Freizeit
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Ausstellung im Stadtmuseum erinnert vom 8. April bis 5. Juni an den Burgdorfer Pionier der Radio-Comedy Hermann Hoffmann:
„Achtung Aufnahme! – Aus dem Leben eines Wellenbummlers"


Hermann Hoffmann – Kapellmeister, Intendant des Schwarzsenders "Zitrone", Dachkammerchef und ehemals einer der bekanntesten Burgdorfer Bürger - wäre in diesem Februar 89 Jahre alt geworden. Er gilt als „Urvater der deutschen Radio-Comedy“ und setzte beispielhafte Akzente in der deutschen Rundfunkgeschichte. Am 8. April 2017 jährt sich zum 20. Mal sein Todestag. Dies ist der Hintergrund für eine Ausstellung im Obergeschoss des Stadtmuseums Burgdorf (Schmiedestraße 6), die von Samstag, 8. April, bis Pfingstmontag, 5. Juni, an sein Lebenswerk erinnert: "Hermann Hoffmann: Achtung Aufnahme! – Aus dem Leben eines Wellenbummlers". Gemeinsame Gastgeber sind der VVV, der Förderverein Stadtmuseum und die Stadt Burgdorf. Für die Zusammenstellung und Organisation ist der Freundeskreis Hermann Hoffmanns »Sender Zitrone« e.V. verantwortlich.

Die Eröffnung übernimmt Bürgermeister Alfred Baxmann am Samstag, 8. April, um 11.00 Uhr. Grußworte kommen von Hermann Hoffmanns Witwe Renate Hoffmann, die zugleich Ehrenvorsitzende des "Freundeskreis Hermann Hoffmanns »Sender Zitrone« e.V. ist. Rüdiger Borrmann, Vorsitzender des Freundeskreises, führt in die Ausstellung ein. In der Schau wirft der Freundeskreis mit vielen Fotos und Infotafeln interessante Schlaglichter auf das turbulente Leben des fröhlichen Allround-Künstlers und stellt ausgewählte Radiosendungen aus seinem Tonstudio vor. Anhang praktischer Beispiele erhalten die Besucher zudem spannende Einblicke in den damaligen Ablauf der Studioarbeit.

Vom „Schwarzsender“ zur erfolgreichen Radio-Comedy

Der am 22. Februar 1928 in Heilbronn geborene Hermann Hoffmann wuchs in Leer auf, begann ein Musikstudium in Detmold und absolvierte die Ausbildung zum Kapellmeister am Oldenburger Staatstheater. Eine Zeit lang tingelte Hermann Hoffmann als Barmusiker mit seinem Trio "Die drei Hoffmannstropfen" durch Norddeutschland, bevor er für längere Zeit eine musikalische Heimat in der „Königin-Bar“ in Celle fand. Dort betrieb er im Jahr 1955 einen sehr beliebten Schwarzsender mit dem Namen „Sender Zitrone“, den die Post aber nach neun Monaten beschlagnahmen ließ. Danach war er viel mit seiner Hammond-Orgel unterwegs und begleitete nicht nur Stars auf ihren Tourneen, sondern wirkte auch an Musikproduktionen mit.

„Kleine Dachkammermusik“

Sein Erfolg im Rundfunk begann schließlich am 29. Dezember 1962 beim WDR Köln mit der ersten Übertragung der "Kleinen Dachkammermusik". Die Sendung blieb bis Anfang der 1990er Jahre fester Bestandteil des WDR-Programms. In seiner »Dachkammer-Musik« verkörperte Hoffmann auf unnachahmlich humorvolle Weise mehrere Sprechrollen: den leicht reizbaren Ostfriesen Otto de Vries, den gutmütigen Schwaben Pankratius Schräuble, den ostpreußischen Wirt Cäsar Schlotterbeck und einige andere Charaktere, die mit Hoffmann als Chef in über 670 Folgen alle 14 Tage samstags um 17.45 Uhr im WDR-Radioprogramm auftraten. Ohne die Hilfe digitaler Bearbeitung stellte er in mühsamer Kleinarbeit alle Beiträge von den Sprecherrollen über die Musik und Tontechnik bis zum Zusammenschnitt selbst zusammen. Der Westdeutsche Rundfunk übertrug im Oktober 1976 die 200. Sendung der „Dachkammermusik“ öffentlich aus dem großen Sendesaal in Köln.

Tonstudio in der Burgdorfer Südstadt

1967 zog Hermann Hoffmann mit seiner Frau Renate von Celle nach Burgdorf um und richtete sein neues Tontrickstudio in der Immenser Straße ein. Viele Künstler nahmen dort in den folgenden drei Jahrzehnten ihre Schallplatten auf. Ab 1974 produzierte Hoffmann für den WDR die neuen Reihen "Hier Sender Zitrone“ und "Die Deutsche Shitparade", ab 1983 "Polit-Klimbim" für den NDR-"Reißwolf". Für den „Sender Zitrone“ fertigte Hermann Hoffmann Tonband-Mitschnitte mit illustren „Gästen“ aus Politik, Show und Fernsehen an und verdrehte ihnen mittels Tricktechnik manches Wort im Munde. Ob Erich Honecker, Franz-Josef Strauß oder Tagesschau-Sprecher Karl-Heinz Köpcke – sie alle durften in dieser Sendung Nonsens erzählen, stottern oder sogar »singen«. Das Programm begleiteten Musikstücke (meist Jazz oder Schlager), kleine Rubriken und jede Menge Witze. Hoffmanns Sohn Thomas und seine Frau Renate halfen in kleinen Sprechrollen mit.

Freundeskreis bewahrt den Nachlass

Unvergessen ist Hermann Hoffmanns Auftritt bei der Mitgliederversammlung des VVV im Jahr 1995, bei dem der Klang- und Wortkünstler über sein Leben als Radio-Comedian berichtete. Im selben Jahr würdigte eine Ausstellung im Stadtmuseum Burgdorf das Wirken Hoffmanns, auf die zehn Jahre nach seinem Tod 2007 eine weitere Schau folgte, die seine Fans aus ganz Deutschland zusammenstellten. Diese gründeten am 22. Februar 2008 den Freundeskreis Hermann Hoffmanns »Sender Zitrone« e. V., der seit drei Jahren Tonträger mit den Produktionen des Radioveteranen veröffentlicht und für die Bewahrung und Katalogisierung seines Nachlasses sorgt.

Das Stadtmuseum ist bei freiem Eintritt sonnabends und sonntags von 14.00 bis 17.00 Uhr geöffnet. In den Ostertagen gelten folgende Öffnungszeiten: Ostersonntag und – montag von 14.00 bis 17.00 Uhr. Ansprechpartner für Gruppen und Vereine, die einen Führungstermin innerhalb der Woche vereinbaren möchten, ist VVV-Geschäftsführer Gerhard Bleich (Tel. 05136/1862).

Autor: Burkhard Wolters (Bw)
Homepage: http://www.vvvburgdorf.de
Bilder: VVV Burgdorf
Erstellt am 08.04.2017
206 mal gelesen.
Veranstaltungsort: VVV Burgdorf, Förderverein Stadtmuseum Burgdorf und Stadt Burgdorf
Adresse: Stadtmuseum, Schmiedestraße 6, 31303 Burgdorf

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