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Beiträge zur Ahltener Musikgeschichte:
Die Geschichte der Ahltener Musikanten


Die Ahltener Musikanten blicken auf eine 63-jährige Geschichte zurück (Bild: privat)

Die Ahltener Musikanten blicken auf eine mittlerweile 63-jährige Geschichte zurück. Unter dem Namen „Ahltener Musikanten“ treten die Musikanten allerdings erst seit 1986 auf. Vorher waren sie fast 40 Jahre als Musikzug in die Freiwillige Feuerwehr Ahlten integriert. Die Tradition eines Feuerwehr-Musikzuges hatte in Ahlten schon seit 1889 bestanden. Doch in den chaotischen Verhältnissen während der Kriegsjahre zwischen 1939 und 1945 waren die Musiker des damaligen Musikzuges infolge ihres Kriegseinsatzes in alle Winde verstreut worden. So mancher von ihnen sah seinen Heimatort Ahlten nie wieder. Die verwaisten Instrumente der Musiker fristeten ihr nutzloses Dasein auf dem Dachboden des Ahltener Spritzenhauses. Bis sich zwei Kriegsheimkehrer, die das Glück hatten, wieder unversehrt in ihre Heimat zurückzukehren und seit frühester Kindheit leidenschaftliche Musiker waren, darauf besannen, dass gerade das gemeinsame Musizieren ,ein wirkungsvolles Mittel sein könnte, die schrecklichen Ereignisse des Krieges zu verarbeiten.

Es waren Eduard Gellert und Karl Urban, die sich der Instrumente annahmen und für ihre Instandsetzung und Reparatur sorgten. Schnell waren gleichgesinnte Musiker gefunden, von denen Willi Hartmann am Flügelhorn besonders erwähnt sei, da er als letzter der damaligen Gründungsmitglieder noch heute dem Blasorchester angehört und seine jahrzehntelangen Erfahrungen an die jüngere Musikergeneration weitergibt. Auch Erich Horn am Tenorhorn blieb den Musikanten über 50 Jahre bis zu seinem gesundheitsbedingten Ausscheiden vor einigen Jahren treu verbunden. Die insgesamt acht Musikanten, zu denen im folgenden Jahr noch vier weitere stießen, setzten den Freitag als Probentermin fest. An dieser Tradition hat sich bis heute nichts geändert. Offizieller Gründungstermin des neuen Feuerwehrmusikzuges wurde der 15. Mai 1947. Karl Urban wurde zum Kapellmeister gewählt.

Bis 1969 hat er diese Position innegehabt. Er scheute keine Mühen, nach geeigneten Noten für das Blasorchester zu suchen. Viele Noten waren in den Wirren des Krieges verschollen. Jahr für Jahr studierten die Musiker mit nie nachlassendem Eifer zahlreiche neue Stücke ein, unter denen Polkas und Walzer natürlich die unbestrittenen Favoriten bleiben. Schnell wurde das sich kontinuierlich verbessernde Spielniveau, ohne das die größte Musizierfreude fundamentlos wäre, bei den Ahltener Bürgern anerkannt. Bei zahlreichen Ständchen und Feiern spielten die Musikanten auf. Man wollte sich nach den leidvollen Erfahrungen des Krieges wieder der heiteren und unbeschwerten musikalischen Unterhaltung widmen.

1957 wuchs die Zahl der Musiker schon auf achtzehn an. Unter ihnen war der Holländer Harm Stel. Über seinen Bruder, der Vorsitzender des holländischen Musikvereins „Prins Bernhard“ war, kam es zu Kontakten mit diesem Blasorchester. Diese führten schließlich dazu, dass es zu einer viele Jahre andauernden musikalischen Freundschaft kam, die zu zahlreichen gegenseitigen Besuchen führte. Aus einstigen Gegnern waren über das vereinende Element der Musik Freunde geworden. Leider wurde das Freundschaftsverhältnis aufgrund langsam in unterschiedliche Richtungen verlaufender Interessen seit 1987 nicht mehr fortgeführt. Doch die vielen Besuche in Termunten, dem Heimatort der „Prins-Bernhard“-Kapelle, werden immer in guter Erinnerungen bleiben - als Symbol für die völkerverständigende Kraft der Musik.

Mit jedem Jahr wuchs das Repertoire an Musikstücken an. Die musikalische Vielfalt der gespielten Stücke reichte von Märschen, Walzern bis zu Rheinländern und Polkas. Auch Konzertouvertüren stellten kein unüberwindliches musikalisches Hindernis mehr dar. Alle Musiker brachten den für die Weiterentwicklung jeder Blaskapelle unverzichtbaren Willen auf, ununterbrochen an ihrer Spieltechnik zu feilen und sich auf musikalisches Neuland einzulassen. Sich auf einer einmal erreichten Stufe auszuruhen, hätte musikalischen Stillstand und Erstarren in langweiliger Routine bedeutet.
Beim 10-jährigen Bestehen im Jahr 1957 hatte sich der Kreis an musikalischen Anlässen, an denen die Musiker beteiligt waren, wesentlich erweitert. Nicht nur zu Ständchen und Beerdigungen, Kameradschafts- und Versammlungsabenden der Feuerwehr, sondern jetzt auch zu Schützenfesten und Tanzveranstaltungen wurde der Musikzug eingeladen. Höhepunkt des Musikjahrs war und ist auch noch heute das Ahltener Schützenfest. Seit 1964 schloss man das vergangene Musikjahr mit einem Weihnachtsblasen am Heiligen Abend ab. Alle zwei Jahre brachen die Musiker mit ihren Frauen und den passiven Mitgliedern zu gemeinsamen Vereinsfahrten auf. Für das Zusammengehörigkeitsgefühl der Musiker gingen davon wichtige Impulse aus! Die Reisen gingen u.a. nach Danzig, Masuren, Berchtesgaden, in das Zittertal und viele andere Orte. Auch heute noch ist man dieser Tradition getreu geblieben. Im Jahr 2005 brechen die Musiker zu einer Reise nach Stralsund auf. Auf ein aktives Vereinsleben wurde immer großer Wert gelegt.

Bis zum Jahr 1960 hatte der Kapellmeister Karl Urban nicht nur die Musikleitung inne, sondern regelte auch alle organisatorischen und finanziellen Angelegenheiten selbständig. Unter dem Druck der sich für ihn ständig vergrößernden Aufgabenlast entschieden sich die Musiker in diesem Jahr, ihm einen geschäftsführenden Vorstand zur Seite zu stellen. Bis 1965 war Fritz Schmidt der erste Vorsitzende des Feuerwehrwehrzuges. 1948 war er mit seiner Tuba in den Musikzug eingetreten. Später warteten noch größere Aufgaben auf ihn. Als gesundheitliche Probleme im Mai 1969 das Ausscheiden des verdienten Karl Urban aus dem aktiven Musikerleben unumgänglich machten, fiel die Wahl eines Nachfolgers auf Fritz Schmidt. Bis zum April 1990 übte er diese Funktion unangefochten aus. Dann übergab er sein Amt an den heutigen Musikleiter Martin Hartmann und setzte sich noch bis 1999 als erster Vorsitzender mit nie nachlassendem Eifer für die Belange des Blasorchesters ein. Mit seinem kameradschaftlich zupackenden Wesen und seinem feinsinnigen Gespür für die Bedürfnisse seiner Musiker genoss Fritz Schmidt bis zu seinem Rückzug aus der Musik im Jahr 1999 die allseitigen Sympathien und den Respekt auch der jungen Musiker, die später in die Feuerwehrkapelle eintraten. Doch bis zu dieser Verjüngung des Blasorchesters war es noch ein weiter Weg.

Anfang der achtziger Jahre konnten sich die Musikanten nicht mehr der Erkenntnis verschließen, dass der unaufhaltsame Alterungsprozess, dem jeder Mensch unterworfen ist, vor der Musikkapelle nicht Halt gemacht hatte. Es war abzusehen, dass die musikalische Zukunft des Blasorchesters in absehbarer Zeit in Gefahr geraten würde, da man die Jugendarbeit völlig vernachlässigt hatte. Auf die Initiative des von 1969 bis 1990 amtierenden ersten Vorsitzenden Heinz Czwikla wurde eine groß angelegte Werbekampagne gestartet, die auf eine alle Erwartungen übertreffende Resonanz stieß. Zwischen 1981 und 1982 bildete sich eine neue Jugendgruppe mit 20 Jungen und Mädchen. Fähige Ausbilder, von denen sich Hans Schneeberg besonders auszeichnete, wurden engagiert. Unter seiner verdienstvollen Leitung erarbeiteten sich die jungen Musiker innerhalb kürzester Zeit ein musikalisch ausgereiftes Profil. Während dieser Zeit des musikalischen Frühlings beim Ahltener Musikzug konnte so mancher Passant aus zahlreichen geöffneten Fenstern das emsige Üben der ehrgeizigen jungen Musiker vernehmen. Als im Jahr 1983 das erste öffentliche, später alljährlich wiederkehrende Konzert des Musikzuges in der Grundschule stattfand, war auch die Jugendgruppe mit einem eigenen Programm vertreten.

Nur wenige Jahre später fiel ein dunkler Schatten über das bisher ziemlich ungetrübte Verhältnis zur Freiwilligen Feuerwehr Ahlten. Es stand seitens der Feuerwehr die Forderung im Raum, dass die Musiker an den Feuerlöschübungen teilnehmen sollten. Diese nicht mehr zu lösenden Differenzen führten schließlich in der Jahreshauptversammlung der FFW Ahlten am 25. Januar 1986 zum offenen Bruch mit der Feuerwehr. Diese löste in ihrer Versammlung am 5.9.1986 ihren Musikzug auf. Ein Schritt, den die Musiker schon längst innerlich vollzogen hatten. Sie ließen die Chance für einen vollständigen musikalischen Neuanfang nicht ungenutzt. 1986 wurde das Geburtsjahr der „Ahltener Musikanten“. Der Kapellmeister Fritz Schmidt führte die Musiker mit sicherer Hand durch diese Umbruchzeit. Seitdem hat sich das Blasorchester zu einem unverzichtbaren Bestandteil des Ahltener Kulturlebens entwickelt. Martin Hartmann ist – oben wurde es schon erwähnt- seit 1990 der neue Dirigent und bringt seine langen Erfahrungen als Mitglied des Polizeimusikkorps Niedersachsen in die Probenarbeit mit ein. Die Musiker sind nicht nur der traditionellen Blasmusik verpflichtet, die selbstverständlich den Kern der musikalischen Arbeit des Blasorchesters bildet. Mit der gleichen Energie widmen sich die Musiker allen Formen der modernen Unterhaltungsmusik. Sie finden es selbstverständlich, dass man die Offenheit für die verschiedensten musikalischen Stilrichtungen bewahren muss. Bearbeitungen von aktuellen und vergangenen Pophits, Opernouvertüren, schmissige Tanzmusik von der Samba bis zum Foxtrott sind ebenso ein Teil der facettenreichen Bandbreite des großen Musikrepertoires wie man sich auch mit dem gleichen Eifer schmissiger und temporeicher Blasmusik traditioneller Art widmet. Ohne eine große Variationsbreite der präsentierten Musikstücke würde der Unterhaltungswert für ein Publikum aus allen Altersklassen schnell verloren gehen.

Alle Altersklassen sind mittlerweile auch bei den Musikern der Ahltener Musikanten vertreten. Nachdem durch natürliche Fluktuation im Laufe der Jahre zahlreiche junge Musikerinnen und Musiker das Blasorchesters verlassen hatten, war es dringend geboten, wieder einen Beitrag zur musikalischen Zukunftssicherung zu leisten. Deshalb gründeten die Musikanten im Jahr 2001 ihre erste Blockflötengruppe. Durch die musikalische Früherziehung sollten die jungen Menschen schon in ihrer Kindheit an die Ahltener Musikanten gebunden werden und dort auf Dauer ihre musikalische Heimat finden. Enrice Ernst widmet sich seitdem mit beeindruckender Energie dem musikalischen Unterricht der jungen Blasmusikaspiranten. Mit vielen gemeinsamen Veranstaltungen wurde schnell ein festgefügtes Gemeinschaftsgefühl geschaffen, das zur größten Zuversicht Anlass gibt, die musikalischen Frühanfänger auf Dauer für die Musik der Ahltener Musikanten zu begeistern. Im Juni 2003 konnte durch die enorme Vorarbeit von Enrice Ernst wieder ein Jugendblasorchester der Ahltener Musikanten gegründet werden. Qualifizierte Musiklehrer sorgen für den Instrumentaluntericht an den jeweiligen Instrumentengruppen. Viele junge Menschen sind seitdem dazukommen. Gegenwärtig leitet Manfred Hennecke das junge Blasorchester und stellt bei jedem Jahreskonzert in einem eigenem Programmblock das Können seines engagierten Teams vor. Die Faszination des gemeinsamen Musizierens auf Blasinstrumenten scheint ungebrochen zu sein. Nicht wenige der Jugendlichen spielen seit längerer Zeit mit den älteren Musikern im Blasorchester zusammen. Die Kommunikation zwischen jungen und älteren Musikern verläuft bestens! So mancher der älteren Musikanten war erstaunt, wie schnell die jungen Musiker ihr neues Instrument beherrschten und schon mit großer spieltechnischer Sicherheit manches schwierige Stück fehlerfrei spielten. Rund 40 Musiker bilden heute den Kernbestand der Ahltener Musikanten. Es gibt wohl angesichts des stetig nachströmenden Nachwuchses unter den Musikanten niemanden, der sich Sorgen um die musikalische Zukunft der Ahltener Musikanten macht. Der seit 2001 amtierende erste Vorsitzende Volker Ahrens konnte in den Jahreshauptversammlungen der vergangenen Jahre immer ein positives Resümee des vergangenen Musikjahres ziehen.
Leider sah er sich aus beruflichen Gründen gezwungen, bei den Vorstandswahlen am 5. Februar 2010 nicht mehr für das Amt des ersten Vorsitzenden zu kandidieren. Doch konnte er in dem Bewusstsein, die Kontinuität der bisherigen Vorstandsarbeit gewahrt zu wissen, sein Amt an den bisherigen zweiten Vorsitzenden Rainer Ernst übergeben, der mit großer Mehrheit bei den Vorstandswahlen als sein Nachfolger gewählt wurde.
Zum zweiten Vorsitzenden wurde Karsten Meier gewählt, der sich ebenfalls seit vielen Jahren der Vorstandsarbeit bei den Ahltener Musikanten widmet.

Der neue Vorstand der Ahltener Musikanten (seit dem 5. Februar 2010 im Amt) mit Rainer Ernst an der Spitze, Martin Hartmann als Orchestersprecher und sieben weiteren engagierten, auch aus dem Nachwuchsbereich stammenden Vorstandsmitgliedern ist überzeugt, konstruktive Impulse für die Bewältigung der in den kommenden Jahren anstehenden Aufgaben der Vorstandsarbeit setzen zu können und das Blasorchester weiter für die Zukunft zu stärken.

Besonders dankbar sind die Musikanten dafür, dass ihnen die seit ihrer Neugründung im Jahr 1986 zuteil gewordene finanzielle und moralische Unterstützung der passiven Mitglieder das angenehme Gefühl vermittelt, einen allseitig anerkannten Beitrag zum Ahltener Vereinsleben zu leisten und eine feste Größe der dortigen Kulturveranstaltungen zu sein. Gerade die immer ausverkauften Frühjahrskonzerte bestätigen dies. Die Ahltener Musikanten sind in ihrem musikalischen Einsatz nicht auf Ahlten beschränkt. Alle Veranstalter privater oder öffentlicher Art sind herzlich eingeladen, mit ihnen in Kontakt zu treten. Für jeden veranstalterischen Rahmen bieten die Musiker ein abwechslungsreiches Musikprogramm, das sie für jeden Anlass gerne individuell gestalten können. Von der Polka bis zum Rock sind alle Varianten möglich. Wer die Ahltener Musikanten für die Absprache eines Konzerttermins kontaktieren möchte, kann sich gerne an den ersten Vorsitzenden Rainer Ernst wenden (05132/7652).

Der vor 13 Jahren aufgenommene Tonträger "Freude zur Musik" kann bei Pressesprecherin Teresa Fanselow (Tel.05132/865412) erworben werden. Er gibt einen hörenswerten Einblick in die stilistische Bandbreite der Ahltener Musikanten und enthält u.a. den böhmischen Walzer "Slavnostni", das Musical-Medley "My Fair Lady" und den Trentschiner Musikanten-Marsch "Textilaku".

Momentan befinden sich die Ahltener Musikanten in der Intensivphase der Proben zu ihrem neuen Jahreskonzert, das am Sonnabend, 13. März, um 19.30 Uhr in der Aula der Grundschule Ahlten beginnt. Es ist bereits das 27. Jahreskonzert und setzt wieder auf eine ausgewogene Mischung aus volkstümlicher und moderner Blasmusik.

Interessierte Blasmusiker sind herzlich eingeladen, an einer Probe der Ahltener Musikanten teilzunehmen, um die musikalische Arbeit des Blasorchesters
kennenzulernen. In zwangloser Probenatmosphäre können erste Kontakte mit den Musikern geknüpft werden. Die Proben finden jeden Freitag um 19.30 Uhr in der Ahltener Grundschule statt(Zugang über den Schulhof).
Vorabinformationen erteilt gerne der musikalische Leiter der Ahltener Musikanten Martin Hartmann unter der Telefonnummer(05132) 865639.

Auf den folgenden Fotos werden einige Musiker des Blasorchesters vorgestellt.


Annika an der...

Martin Grove ...

Ann-Katrin Wa...

Marion Horn a...

Teresa Fansel...

Sabine Wiebki...

Rainer Ernst ...

Philip Köllin...

Andreas Kliew...

Inga Lauenste...

Dieter Neugeb...

Reinhard Fend...

Willi Hartman...

Andreas Czwic...

Achim Scheith...

Monique Neuge...

Karsten Meier...

Johanna an de...

Dirk Lauenste...

Burkhard Wolt...

Verantwortlich: Bw | Erstellt: 29.01.2010 | 1280 mal gelesen.

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